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Apr
2018
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wenn Fotografie uns berühren

Und dann darf es manchmal einfach „nur“ schön sein…

Wenn Fotografie uns berührt…

Häufig erzähle ich in meinen Workshops, dass Bilder (und hiermit die Fotografen) eine Geschichte erzählen sollen. Das sehe ich auch uneingeschränkt so. Nichts ist langweiliger und nichtsagender, als eine Bild ohne Seele, ohne Geschichte und ohne Bedeutung. Dabei bin ich überhaupt kein Fotograf der mit seinen Werken aufrütteln möchte und der die Aussage eines Bildes über alles andere stellt. Für mich dürfen, ja müssen Bilder „schön“ sein und den Betrachter berühren. Mir ging es nie darum etwas genau zu zeigen oder zu dokumentieren, vielmehr sollen meine Bilder den Bildbetrachter nicht nur im Kopf erreichen.

Es gab eine Zeit, da haderte ich ein wenig und nannte viele meine Fotos etwas lustlos „Postkartenmotive“. Inzwischen seh ich das etwas anders. Ich kann ja nichts dafür, dass es so viele unfassbar schlimme und banale Postkarten gibt. Mir ist es völlig egal ob eines meiner Bilder auf einer Postkarte zu sehen ist, groß an der Wand oder in einem Buch. Immer will ich mit ihnen Menschen erreichen und berühren und darum veröffentliche und verkaufe ich sie ja auch.

Künstlerisch mag es „zu wenig“ sein, einfach nur schöne Bilder zu machen. Und vermutlich ist es das auch! Doch in dem Augenblick wo wir als Autoren in den Bildern zu spüren sind, ab da wo ein Bild zur Vision wird, verhält es sich anders. Dann nämlich kann es beides sein: eine Geschichte transportieren und schön sein. Ich mag auch schlichtweg keine anderen Bilder machen, als durch und durch schöne Aufnahmen die berühren und erreichen. Gelegentlich gelingt mir das…

Wenn dann eine meiner Geschichten an der Wand einer meiner Leser hängt, ihn erfreut und vielleicht ein klein wenig träumen lässt, dann weiß ich warum ich immer und immer wieder aufbreche um Geschichten zu finden. Nichts ist trauriger als un-erzählte und un-gesehene Bildergeschichten.

Euer Stefan