25
Sep
2017
7
Foto-Camping in der Natur

Foto-Camping

Irgendwo in den Bergen steht ein Campingbus am See, im fahlen Licht der Stirnlampe suche ich vorsichtig den Weg zum Ufer und warte darauf, wie der Tag der Nacht vorerst „good bye“ sagt.

Ich liebe es inmitten der Natur aufs Licht zu warten (ich liebe es aber auch in Städten und sonst wo…). Darauf zu warten wie erste Strahlen die umherliegende Gegend zunehmend in ein unwirkliches Gold tauchen…

Wenn dann noch Nebel aufzieht, Wolken wie auf Samtpfoten über die Berge wabern und Schwäne majestätisch durchs Wasser ziehen…
…dann bleibt kein Auge trocken, kein Klischee unbedient und kein Sensor unbelichtet.

Jaja…denkste…zu viel Schönheit kann einem dann auch den Spaß verderben!
Das Fotografieren von Kitsch steigt dann ganz plötzlich exponentiell zum Aufgehen der Sonne. Keine Frage, ich schau mir die immer wieder wechselnden Wunder der Natur gerne an, fotografieren überfordert mich dann aber bisweilen. Warum ist das so? Es liegt daran, dass es zu offensichtlich, zu schön und somit zu inhaltslos wird. Ehe man sich versieht macht man zwar viele Bilder VON, aber nicht ÜBER das, was wir antreffen, sehen und fühlen. Mit anderen Worten, wir finden in unseren Bildern nicht mehr statt! Dies zu wissen allein, macht es nicht besser…aber sensibler für unser Handeln und Fotografieren. Ich mache sehr sehr gerne „schöne Bilder“, möchte aber immer auch transportieren, was ich hinter dem Offensichtlichen spüre. An guten Tagen gelingt mir das schon mal…

Foto-Camping in der Natur

Für mich gibt es keinen Zweifel, meine schönsten und besten Bilder mache ich immer dann, wenn ich eine Verbindung zu meinen Motiven habe. Das war schon immer so und bleibt hoffentlich noch lange so. Um besser in Verbindung zu sein benötigen wir Zeit, viel viel Zeit. Und die Motive und Bilder brauchen ihrerseits Zeit auf uns zu wirken.

Daher liebe ich es mit meinem Campingbus direkt zu den Motiven zu fahren, die Seeluft zu schmecken und die Anwesenheit der Berge zu spüren. Einfach sehen, wohin es einen trägt, anhalten, bleiben und fotografieren. Freilich geht das bei uns nicht immer ganz so einfach, aber es gibt hinreichend tolle Orte wo man inmitten der Natur stehen und spüren kann, gerne auch mal auf einem Zeltplatz, wenn dieser gut liegt.

In unmittelbarer Nähe zu wundervollen Landschaften übernachten, um dass was ich sehe auch ausreichend und mehrmals (verdichtend…dazu schreib ich ein andermal was) auf mich wirken zu lassen.

Foto-Camping in der Natur

Mit der Lighthouse Fotoschule fahre ich inzwischen auch wenigstens einmal im Jahr zum Foto-Camping (Plansee 2018). Irgendwo in den Bergen stehen dann wieder einmal einige Zelte und Campingbusse und angeregt unterhalten sich Menschen im Lichterschein der Kerze, bis tief in die Nacht über alle möglichen Themen der Fotografie. Früh am Morgen geht es dann einmal mehr los und wir warten gemeinsam aufs Licht…