6
Mrz
2017
7
Irland Horse and Hound

Schwarzweißfotografie

Schwarzweißfotografie ist pur, reduziert, grafisch, kontrastreich und elegant. In den Köpfen der Betrachter sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen noch immer (oder immer noch) etwas Besonderes und ein Attribut zeitlos schöner Bilder im Auge des Betrachters. Jedenfalls für mich…und darum mag ich sie so.

Reduzieren wir in unsere Bilder die Farbe, bleiben Formen, Linien, Licht, Schatten und die Geschichte hinter dem Bild übrig. Die Essenz der Fotografie, Gegenstand und Situation selbst.
Für mich sind Fotografien ein Ausdruck meiner Emotionalität und so möchte ich, dass der Bild-Betrachter mein Bild fühlt und begreift. Es soll ihn erreichen und etwas in ihm auslösen. Farben können enorm emotional sein und uns berühren, doch sie können auch laut und gelegentlich etwas zu offensichtlich sein. Mit anderen Worten, sie lenken uns ab.

Auch in meinen „farbigen“ Bildern, kommen für gewöhnlich nie viele Farben vor, vielmehr denke ich, dass zwei bis drei Farben völlig genügen. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass ich gerne ganz darauf verzichte um Licht und Schatten sprechen zu lassen.

Schwarzweißfotografie

Vision in Schwarz und Weiß

Neulich wurde ich gefragt, ob ich mich erst bei der Bildbearbeitung entscheide, ob ein Bild Schwarzweiß oder Farbe wird. Zugegeben, es ist schon vorgekommen. Vielmehr aber war Farbe nie eine Option und mir von Anfang an klar, dass ich dieses Bild, diese Strecke oder diese Ausstellung zu jeder Zeit schwarzweiß denken, fotografieren und publiziert werde.

Der Verzicht auf Farbe ist ja kein wirklicher Verzicht, sondern vielmehr eine bewusste Entscheidung für einen anderen Weg, für die Schwarzweißfotografie. Die Entscheidung meine Vision, meine Geschichte exakt so zu erzählen. Im Zwielicht, dem Moment zwischen Licht und Schatten, zwischen Schein und Wirklichkeit.

Visionen zu erklären ist gewiss schwierig, sind sie oftmals doch viel zu diffus und subtil. Gleichwohl sind sie ein Ausdruck meiner inneren Bilder und somit der Schlüssel zu meiner Fotografie. Und hier ist es einfach so, dass ich sehr oft keine Farben sehe, sondern Geschichten und Licht.

Euer Stefan Mayr

Schwarzweissfotografie

Einen Intensivkurs „Schwarzweißfotografie“ gibt es auch in der Lighthouse Fotoschule Augsburg.

2 Responses

  1. Hallo Stefan,

    es ist schön zu lesen, das wir alle die die schwarzweiß Fotografie so mögen, dasselbe bewegt. Du bringst es mit Deinem Artikel sehr gut auf den Punkt und ich kann es nur bestätigen. Ich wechsle immer mehr zu schwarzweiß. Sicherlich gibt es Bilder von anderen Fotografen die mir in Farbe auch sehr gut gefallen, aber tendenziell, finde ich den Fokus, Kontrast und die Reduktion einfach aussagekräftiger.

    Viele Grüße
    André